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Wenn ich morgens aufwache
und die Träume der Nacht
einfangen will,
sind sie fort.
Waren sie bedeutungslos
oder zu schön
für den Alltag?
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Während ich
Zeile um Zeile schreibe,
um Träume zu verlängern,
legst du
Pfennig um Pfennig beiseite,
um Träume zu erleben.
Währendessen lebe ich
um eine weitere Zeile zu schreiben,
und du
träumst vom Leben
um einen weiteren Pfennig beiseite zu legen.
Irgendwann fängst du enttäuscht an,
für den nächsten Traum
Pfennig um Pfennig beiseite zu legen,
während meine Träume
mit jeder Zeile
an Farbe gewinnen.
Sollte man manchmal Träume nicht nur träumen?
Grimassen schneiden,
ohne dass die Leute sich umdrehen;
Den ganzen Tag am Computer spielen,
ohne komisch angesehen zu werden;
Sich im Schlamm suhlen,
ohne in der Psychiatrie zu landen;
Wände beschmieren,
ohne von der Polizei gejagt zu werden;
Dem Chef die Zunge herausstrecken,
ohne gefeuert zu werden;
Einer Kollegin sagen "Ey, ich find dich geil",
ohne wegen sexueller Belästigung verklagt zu werden;
Warum kann ich nicht einfach mal wieder Kind sein?
Ein Schnittmuster
bringt ein Kleid,
ein Rezept
ein Gericht,
ein Gedicht
Tausende Träume